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THE FANTASTIC NOW: 
TENDENZEN DER FANTASTIKFORSCHUNG IM 21. JAHRHUNDERT

Siebte Jahrestagung der Gesellschaft für Fantastikforschung e.V.

Westfälische Wilhelms-Universität Münster 22. – 24. September 2016

Kaum ein Gegenstand der zeitgenössischen Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft wird derart aktiv und kontrovers erforscht wie die Fantastik. Als theoretische Debatte federführend initiiert von Tzvetan Todorov und Roger Callois in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist die Fantastikforschung heute ein weltweit betriebenes, interdisziplinäres und brandaktuelles Forschungsfeld, das unmittelbar sinnstiftend für diverse wissenschaftliche Fachzeitschriften, Gesellschaften, Verbänden, Forschungsvorhaben und -einrichtungen ist.

Nicht zuletzt der Breite und Vielfalt der Forschungslandschaft ist es geschuldet, dass seit Beginn der modernen Debatte rege Uneinigkeit darüber herrscht, wie der Forschungsgegenstand zu definieren und zu analysieren sei. Die zentrale Frage – „Was ist Fantastik?“ – evoziert ein Antwortspektrum, welches von Negation und Trivialitätsvorwurf über minimalistische Definitionen in der Tradition von Todorov zu äußerst breiten und inklusiven Fantastikbegriffen reicht, welche die Fantastik als jede Art von Kulturprodukt konzeptionalisieren, die einem empirisch überprüfbaren Weltbild ein anderes, fantastisches gegenüberstellt und so genreprägend u.a. für (Kunst-) Märchen, Legenden, Science-Fiction und Gothic wirkt. Aktuelle und andauernde Entwicklungen in der Kultur- und Literaturtheorie (z.B. die Subjektivierung des Wirklichkeitsbegriffs, transnationale, transkulturelle und transmediale Tendenzen) heterogenisieren das Feld weiter und zeigen in beeindruckender Schärfe, wie prägend die Fantastik (als eine Struktur, Motivgruppe, Rezeptionshaltung oder Ästhetik) für die Gegenwartskultur weltweit ist. Gleichzeitig wird deutlich, wie notwendig eine Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Fantastikforschung, ihrer Ansätze, Erkenntnissinteressen, Foki und Ergebnisse geworden ist.

Die siebte Jahrestagung der Gesellschaft für Fantastikforschung will unter dem Titel The Fantastic Now: Tendenzen der Fantastikforschung im 21. Jahrhundert genau diese Bestandsaufnahme unternehmen. Unter Einbezug einer größtmöglichen Stimmen- und Perspektivvielfalt soll die Breite und Interdisziplinarität der Fantastikforschung dargestellt und in ihren gesellschaftlichen und kulturellen Implikationen diskutiert werden. Mögliche geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen und Themen (der Literatur- Kultur- und Kunstwissenschaften ebenso wie der Soziologie, Philosophie oder der Politikwissenschaft) können sein:

  • Was ist „Fantastik“? 

  • Was kann/soll Fantastikforschung heute leisten? 

  • Fantastische Genres (Einzelbetrachtungen oder theoretische Erwägungen): Horror 
und Gothic, Utopien und Dystopien, Science Fiction, Fantasy, Magischer Realismus, Speculative Fiction, (Kunst-) Märchen, Fabeln, Mythen, etc. 

  • Fantastische Medien (Einzelbetrachtungen oder theoretische Erwägungen): Fantastik in Literatur, Kunst, Theater, Film, Comic, Computerspiel, Web 2.0, etc. 

  • Transmediale Fantastik 

  • Neofantastik 

  • Fantastik und Gender/Class/Race/Disability etc. 

  • Fantastische Ästhetik 

  • Individuelle Motive, Motivgruppen und/oder Motivgeschichten 

  • u.v.a.m. 


Wir freuen uns sehr, dass Professor Fred Botting, eine der Koryphäen in den Bereichen Gothic Fiction und Cultural Theory, bereits als Keynote Speaker zugesagt hat. Neben weiteren profilierten Forschungsstimmen möchten wir auch den Austausch mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie mit AutorInnen und Kunstschaffenden suchen und gezielt befördern.

Interessierte ForscherInnen senden bitte ein Abstract für einen 20-minütigen Vortrag in deutscher oder englischer Sprache von max. 350 Wörtern, Kontaktdaten und eine Kurzbiographie bis zum 15. Februar 2016 an . Einreichungen von vorstrukturierten Panels sind ebenfalls explizit erwünscht.

Die GFF vergibt zwei Stipendien für besonders förderungswürdige Vorträge von Studentinnen und Studenten (BA, MA, MEd) bzw. von Doktorandinnen und Doktoranden. Bitte machen Sie ein etwaiges Interesse bezüglich einer Förderung in Ihrer Einreichung kenntlich.


Neben dem traditionellen Austausch in Panels und Paneldiskussionen ist ein Runder Tisch zum Thema „Was kann/soll Fantastikforschung im 21. Jahrhundert leisten?“ geplant, für den Sie sich gerne als aktiver Diskutant mit einem Abstract bewerben können.

Kreative Beiträge (Lesungen, Performances, Ausstellungen, etc.) können ebenfalls sehr gerne bis zum 15. Februar 2016 vorgestellt und in einer zum jeweiligen Format passenden Kurzdarstellung per Email () eingereicht werden. 


Tagungsort:

Westfälische Wilhelms-Universität
Englisches Seminar

Johannisstr. 12-20

48143 Münster

Kontakt mit dem Tagungsteam:

E-Mail:

Homepage: https://www.uni-muenster.de/anglistik/gff2016
Telefon: +49 251 83 24592

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